|
"Die Wähler
haben bei der
Kommunalwahl mit
gutem Gewissen
ihr Kreuz bei
mir gemacht. Das
sollen sie
künftig auch
kreisweit bei
der CDU
insgesamt machen
können", sagt
der neue
CDU-Kreisvorsitzende
Kai Entelmann.
Eng an seiner
Seite steht
seine
Vorgängerin
Brunhilde Rühl.
Sie fördert den
Weg des
34-jährigen
Bausachverständigen,
der mit beiden
Beinen fest im
Leben steht.
Politik macht
ihm Spaß.
Probleme zu
erkennen und
sich für gute
und bürgernahe
Lösungen zu
engagieren, sind
für den
populären
Polit-Nachwuchs
aus Grasberg
eine
Herzensangelegenheit.
Von Harry Laube
Landkreis
Osterholz. Es
ist
ungewöhnlich,
wenn ein
Nachwuchspolitiker
eine Versammlung
im Sturm auf
seine Seite
bringt. Kai
Entelmann hat
das wie
berichtet in ein
paar Minuten
geschafft.
Einstimmig
wählte ihn die
Mitgliederversammlung
des
CDU-Kreisverbandes
zum neuen
Vorsitzenden.
Doch eigentlich
ist dieser Mann
ein abwägender
und
bodenständiger
Mensch. "Ich
habe sehr viel
Glück und viele
Unterstützer
gehabt", sagt er
über sich
selbst. "Ich bin
überall
reingewachsen,
weil mir die
Verantwortlichen
etwas zugetraut
haben." Das hat
ihn geprägt. Und
er ist dankbar:
"Meine Förderer
sind die Väter
und Mütter
meines
Erfolges." Er
arbeitet gern,
bekennt er.
Vielleicht auch,
weil Erfolg ihn
begleitet. Schon
in der
Realschule wird
ein Lehrer auf
den jungen Mann
aufmerksam und
öffnete seinen
Blick für die
Politik. Aber
für Kai
Entelmann ist
Politik nicht
alles. Er ist
handfest, ein
Praktiker.
Nach der Schule
fängt er eine
Zimmermannslehre
an, zum
Leidwesen seines
Vaters, der ein
Autohaus leitet.
Nach der Lehre
will Entelmann
seinen Meister
machen. Sein
Chef hält ihn
davon ab: Das
sei zu
einseitig. Er
rät ihm,
Hochbautechniker
zu lernen. Die
Hoffnung, dass
der junge Mann
nach dem Studium
in Wildeshausen
zurückkehren und
den Betrieb
übernehmen
würde, schlägt
fehl. Andere
entdecken den
engagierten Mann
für sich.
Entelmann wird
Partner eines
Bausachverständigenbüros.
"Ich habe meinen
Traumberuf
gefunden." Die
Politik lässt
ihn nicht los.
Er kandidierte
für den
Gemeinderat
Grasberg. Mit 19
Jahren fehlen
ihm zwei
Stimmen. Zwei
Jahre später
rückt er auf den
Platz seines
Förderers Heinz
Blanke. Mit 24
Jahren wird er
stellvertretender
Bürgermeister
der Gemeinde,
macht seine
Erfahrungen und
sich einen guten
Namen. "Ich bin
ein eher
skeptischer
Mensch. Und ein
Teamplayer. Ohne
gutes Team kann
man auf Dauer
nicht gewinnen."
Das gilt auch in
seinem
Schützenverein,
dessen
Mitglieder ihn
vor drei Jahren
zum Vorsitzenden
machten.
Die breite
Unterstützung
erfährt
Entelmann auch,
weil er viel
zuhört und "für
die Probleme
anderer einen
anderen Blick"
habe. Er
unterstütze
beispielsweise
Integrationsbemühungen
in Kindergarten
und Schule aus
familiärer
Erfahrung. Sein
schwer
behinderter
Bruder sei früh
gestorben. "Wenn
solche Kinder
leben, dann muss
man ihnen und
ihren Eltern die
Möglichkeit
geben, besser
damit umgehen zu
können." Wenn er
bei allem
Engagement und
aller Arbeit
einmal Luft
holen muss, geht
der 34-Jährige
eher
unkonventionelle
Wege. Er hat
immer schon gern
seinem Nachbarn
auf dem Hof
geholfen. Also
nimmt er sich
eine Woche frei
und und fährt
bei einem
Lohnunternehmer
Mais. "Da kommt
das Kind im
Manne durch,
wenn ich mit so
einem riesigen
Geschoss
unterwegs bin.
Da komme ich
runter."
Manchmal geht er
einfach nur auf
die Jagd. Er ist
auch Jäger.
Und wie kam es
zur Kandidatur
als
Kreisvorsitzender?
Entelmann hatte
bei der
Kommunalwahl das
beste
Einzelergebnis
innerhalb der
CDU-Kreistagsfraktion
erzielt. "Ich
war gerade auf
dem Weg zum
Amtsgericht, um
als
Bausachverständiger
auszusagen. Da
klingelte das
Telefon und
Brunhilde fragte
mich, ob ich mir
das vorstellen
könnte." Kai
Entelmann
konnte. Aber er
fragte erst
seine Frau. "Das
größte, was ich
habe, sind meine
Frau und mein
Sohn. Meine
Familie muss
dahinterstehen."
42 Stunden
später wurde er
einstimmig zum
Kreisvorsitzenden
gewählt. "Wenn
etwas so
plötzlich
passiert, dann
ist ein solcher
Vertrauensbeweis
eine absolute
Stärkung für die
Zukunft", sagt
er. "Und die
neue Mannschaft
passt einfach."
Die Arbeit im
Kreisvorstand
ist nicht immer
leicht, weiß
seine
Vorgängerin und
neue
CDU-Ehrenvorsitzende,
Brunhilde Rühl.
Sie hat in den
vergangenen
sieben Jahren
schwer mit ihrer
Partei
gearbeitet.
Alles ist
geregelt und ich
übergebe ein
blitzsauberes
Haus in jüngere
Hände." Sie
hofft, dass Entelmanns
erfolgreicher
Weg auch den
anderen
Ortsverbänden
Mut macht. "Und
ich darf ihm
dabei helfen",
freut sich Rühl.
Vorsitzender
Entelmann ist
sehr zufrieden,
mit dem
Vorstandsteam,
mit dem er
gewählt wurde.
"Damit können
wir was
erreichen." Er
hat Ziele: "Ich
möchte die CDU
dahin
zurückbringen,
wo und wie sie
einmal war -
bürgernah, mit
ehrlicher und
nachvollziehbarer
Politik,
zuverlässig in
den
Entscheidungen,
auch wenn es mal
schmerzhaft ist.
Damit bin ich
bisher immer gut
gefahren."
Noch etwas haben
Rühl und
Entelmann
gemeinsam. Den
positiv
geprägten Blick
für den
politischen
Gegenüber. "Wir
müssen über den
Tellerrand sehen
und wahrnehmen,
dass auch die
anderen gute
Ansätze haben.
Deshalb sollten
wir viel
miteinander
reden, um das
Beste für die
Bürgerinnen und
Bürger zu
erreichen." Das
sei der eigenen
Partei nicht
immer
verständlich zu
machen, weiß
Brunhilde Rühl
aus
schmerzlicher
Erfahrung. "Ich
habe dafür viel
Prügel
bekommen."
Entelmann blickt
nicht zurück. Er
will nach vorn.
"Ich gehe da
völlig neutral
dran. Ich bin
ein neuer
Vorsitzender.
Und wir fangen
gemeinsam bei
null an."
|