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Brunhilde Rühl

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42 Stunden später war er Kreisvorsitzender

 

 Teamspieler Kai Entelmann will die Kreis-CDU nach vorne bringen - mit Zuverlässigkeit und Bürgernähe
 

"Die Wähler haben bei der Kommunalwahl mit gutem Gewissen ihr Kreuz bei mir gemacht. Das sollen sie künftig auch kreisweit bei der CDU insgesamt machen können", sagt der neue CDU-Kreisvorsitzende Kai Entelmann. Eng an seiner Seite steht seine Vorgängerin Brunhilde Rühl. Sie fördert den Weg des 34-jährigen Bausachverständigen, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Politik macht ihm Spaß. Probleme zu erkennen und sich für gute und bürgernahe Lösungen zu engagieren, sind für den populären Polit-Nachwuchs aus Grasberg eine Herzensangelegenheit.

Der neue Osterholzer CDU-Kreisvorsitzende Kai Entelmann ist der Wunschkandidat seiner Förderin

und Vorgängerin, der Ehrenvorsitzenden Brunhilde Rühl.

 

Von Harry Laube

"Die Wähler haben bei der Kommunalwahl mit gutem Gewissen ihr Kreuz bei mir gemacht. Das sollen sie künftig auch kreisweit bei der CDU insgesamt machen können", sagt der neue CDU-Kreisvorsitzende Kai Entelmann. Eng an seiner Seite steht seine Vorgängerin Brunhilde Rühl. Sie fördert den Weg des 34-jährigen Bausachverständigen, der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Politik macht ihm Spaß. Probleme zu erkennen und sich für gute und bürgernahe Lösungen zu engagieren, sind für den populären Polit-Nachwuchs aus Grasberg eine Herzensangelegenheit.

Von Harry Laube Landkreis Osterholz. Es ist ungewöhnlich, wenn ein Nachwuchspolitiker eine Versammlung im Sturm auf seine Seite bringt. Kai Entelmann hat das wie berichtet in ein paar Minuten geschafft. Einstimmig wählte ihn die Mitgliederversammlung des CDU-Kreisverbandes zum neuen Vorsitzenden. Doch eigentlich ist dieser Mann ein abwägender und bodenständiger Mensch. "Ich habe sehr viel Glück und viele Unterstützer gehabt", sagt er über sich selbst. "Ich bin überall reingewachsen, weil mir die Verantwortlichen etwas zugetraut haben." Das hat ihn geprägt. Und er ist dankbar: "Meine Förderer sind die Väter und Mütter meines Erfolges." Er arbeitet gern, bekennt er. Vielleicht auch, weil Erfolg ihn begleitet. Schon in der Realschule wird ein Lehrer auf den jungen Mann aufmerksam und öffnete seinen Blick für die Politik. Aber für Kai Entelmann ist Politik nicht alles. Er ist handfest, ein Praktiker.

Nach der Schule fängt er eine Zimmermannslehre an, zum Leidwesen seines Vaters, der ein Autohaus leitet. Nach der Lehre will Entelmann seinen Meister machen. Sein Chef hält ihn davon ab: Das sei zu einseitig. Er rät ihm, Hochbautechniker zu lernen. Die Hoffnung, dass der junge Mann nach dem Studium in Wildeshausen zurückkehren und den Betrieb übernehmen würde, schlägt fehl. Andere entdecken den engagierten Mann für sich. Entelmann wird Partner eines Bausachverständigenbüros. "Ich habe meinen Traumberuf gefunden." Die Politik lässt ihn nicht los. Er kandidierte für den Gemeinderat Grasberg. Mit 19 Jahren fehlen ihm zwei Stimmen. Zwei Jahre später rückt er auf den Platz seines Förderers Heinz Blanke. Mit 24 Jahren wird er stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, macht seine Erfahrungen und sich einen guten Namen. "Ich bin ein eher skeptischer Mensch. Und ein Teamplayer. Ohne gutes Team kann man auf Dauer nicht gewinnen." Das gilt auch in seinem Schützenverein, dessen Mitglieder ihn vor drei Jahren zum Vorsitzenden machten.
Die breite Unterstützung erfährt Entelmann auch, weil er viel zuhört und "für die Probleme anderer einen anderen Blick" habe. Er unterstütze beispielsweise Integrationsbemühungen in Kindergarten und Schule aus familiärer Erfahrung. Sein schwer behinderter Bruder sei früh gestorben. "Wenn solche Kinder leben, dann muss man ihnen und ihren Eltern die Möglichkeit geben, besser damit umgehen zu können." Wenn er bei allem Engagement und aller Arbeit einmal Luft holen muss, geht der 34-Jährige eher unkonventionelle Wege. Er hat immer schon gern seinem Nachbarn auf dem Hof geholfen. Also nimmt er sich eine Woche frei und und fährt bei einem Lohnunternehmer Mais. "Da kommt das Kind im Manne durch, wenn ich mit so einem riesigen Geschoss unterwegs bin. Da komme ich runter." Manchmal geht er einfach nur auf die Jagd. Er ist auch Jäger.
Und wie kam es zur Kandidatur als Kreisvorsitzender? Entelmann hatte bei der Kommunalwahl das beste Einzelergebnis innerhalb der CDU-Kreistagsfraktion erzielt. "Ich war gerade auf dem Weg zum Amtsgericht, um als Bausachverständiger auszusagen. Da klingelte das Telefon und Brunhilde fragte mich, ob ich mir das vorstellen könnte." Kai Entelmann konnte. Aber er fragte erst seine Frau. "Das größte, was ich habe, sind meine Frau und mein Sohn. Meine Familie muss dahinterstehen." 42 Stunden später wurde er einstimmig zum Kreisvorsitzenden gewählt. "Wenn etwas so plötzlich passiert, dann ist ein solcher Vertrauensbeweis eine absolute Stärkung für die Zukunft", sagt er. "Und die neue Mannschaft passt einfach." Die Arbeit im Kreisvorstand ist nicht immer leicht, weiß seine Vorgängerin und neue CDU-Ehrenvorsitzende, Brunhilde Rühl. Sie hat in den vergangenen sieben Jahren schwer mit ihrer Partei gearbeitet. Alles ist geregelt und ich übergebe ein blitzsauberes Haus in jüngere Hände." Sie hofft, dass Entelmanns erfolgreicher Weg auch den anderen Ortsverbänden Mut macht. "Und ich darf ihm dabei helfen", freut sich Rühl.

Vorsitzender Entelmann ist sehr zufrieden, mit dem Vorstandsteam, mit dem er gewählt wurde. "Damit können wir was erreichen." Er hat Ziele: "Ich möchte die CDU dahin zurückbringen, wo und wie sie einmal war - bürgernah, mit ehrlicher und nachvollziehbarer Politik, zuverlässig in den Entscheidungen, auch wenn es mal schmerzhaft ist. Damit bin ich bisher immer gut gefahren."
Noch etwas haben Rühl und Entelmann gemeinsam. Den positiv geprägten Blick für den politischen Gegenüber. "Wir müssen über den Tellerrand sehen und wahrnehmen, dass auch die anderen gute Ansätze haben. Deshalb sollten wir viel miteinander reden, um das Beste für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen." Das sei der eigenen Partei nicht immer verständlich zu machen, weiß Brunhilde Rühl aus schmerzlicher Erfahrung. "Ich habe dafür viel Prügel bekommen." Entelmann blickt nicht zurück. Er will nach vorn. "Ich gehe da völlig neutral dran. Ich bin ein neuer Vorsitzender. Und wir fangen gemeinsam bei null an."

 

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Osterholzer Kreisblatt Seite: 2 Datum: 17.11.2011